War Luftfahrt

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Sie arbeiten als Piloten, Stewardess und Pressesprecherin für die Luftfahrt – und sind Südburgenländer. Wie sehr sich der berufliche Alltag seit Beginn der Pandemie für die heimischen „Überflieger“ verändert hat? Ein Bericht.

Erstellt
am 15. Januar 2022 | 06:45

Lesezeit: 3 Min

Derweil die beiden Herren in der Interviewrunde – Berufspiloten von Privatjets – in den vergangenen Monaten oftmals mehr in der Luft, als am Boden waren, sprich Arbeit ohne Ende hatten, war die Situation bei den beiden Damen, die für die AUA arbeiten, wider Erwarten aber auch keine andere: „Langweilig wird mir nicht“, bringt es Yvonne Wachholder, Pressesprecherin der Austrian Airlines auf den Punkt.

In den Tenor stimmt auch ihre Kollegin Barbara Lackner ein. Die Flugbegleiterin arbeitet seit fünf Jahren für die AUA und auch wenn die ersten Monate, zu Beginn der Pandemie, „die Flughäfen schon gespenstisch ruhig waren“, so hat sich ihr Dienstplan in den letzten Monaten rasch wieder gefüllt.

Das Coronavirus hat viele Branchen verändert. Manche auch hart getroffen. Sehr hart. Durch den Ausbruch der Pandemie ist der Flugverkehr im Bereich der Airlines weltweit stark eingebrochen. Fakt. Die Privatjets wiederum erleben einen Boom der Superlative.

War 250 Flüge, 500 Stunden und acht Monate

Die Zwillingsbrüder Lukas und Tobias Horvath aus Oberwart sind Berufspiloten einer Privatjet-Linie und wissen vor lauter Arbeit oft nicht einmal, in welcher Zeitzone sie sich gerade befinden: „Wir fliegen uns aktuell wirklich deppat“, bringt es der 23-jährige Lukas Horvath lachend auf den Punkt. „Ich bin vor zwei Stunden aus Mallorca am Flughafen Salzburg gelandet, mein Bruder sitzt aktuell in einem Hotel in Oslo. Unsere Privatjets sind Non-Stop gebucht, ich habe in nur acht Monaten allein 250 Flüge absolviert und über 500 Stunden im Cockpit verbracht“, berichtet der Oberwarter, der Kurz- und Mittelstrecken fliegt, ebenso wie sein um fünf Minuten jüngerer Zwillingsbruder Tobias.


Der Ansturm auf Privatjets ergibt sich vor allem aus den seit der Corona-Pandemie gesunkenen Zahlen bei den Linienflügen. Und auch wenn sich die Luftfahrt bei den Airlines wieder erholte und vor allem im vergangenen Sommer fast wieder auf Vorkrisenniveau war, so kann sich Flugbegleiterin Barbara Lackner noch gut an die ersten gespenstisch ruhigen Monate zum Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 erinnern: „Nach drei Monaten am Boden und halbvollen Fliegern, fühlt sich das Leben als Flugbegleiterin mittlerweile fast so frei und schön an, wie früher. Die Dienstpläne sind voll, Flieger gut gefüllt und an fast allen Destinationen ist es wieder erlaubt nach draußen zu gehen“, berichtet die Oberwarterin, die sich trotz schwierigen Bedingungen, gerade zu Beginn der Pandemie, weiter für die Fliegerei entschied.

Vor welchen zusätzlichen Herausforderungen die 36-Jährige heute in ihrem Job steht: „Die FFP2 Masken, die an Bord durchgehend getragen werden müssen und nur zum Essen und Trinken abgenommen werden dürfen, sind vor allem auf Langstreckenflügen eine Herausforderung für die Passagiere. Die Crew ist dabei auch laufend gefordert, ein strenges Auge darauf zu haben.“ Yvonne Wachholder wiederum ist als Pressesprecherin der AUA zwar weniger in der Luft, hatte in den letzten Monaten aber definitiv nicht weniger an Arbeit: „Auch wenn wir noch nicht auf Vorkrisenniveau sind, hat der Sommer 2021 einen Nachholbedarf an Flugreisen gezeigt. Und im Winter waren Fernreisen gefragt, mit der aktuellen Omikron-Variante ist aber eine zurückhaltende Buchungsnachfrage erkennbar. Generell wird seit Corona viel kurzfristiger gebucht, meist erst eine oder zwei Wochen vor dem Reisestart.“ Kein Arbeitstag gleiche dem anderen, erzählt die 36-jährige, die seit neun Monaten als Pressesprecherin der AUA tätig ist. Mit rund 6.000 Mitarbeitern, ständig wechselnden und neuen Corona-Verordnungen und unzähligen Destinationen weltweit, ist das aber auch nicht weiter verwunderlich.

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