Tennis Novak Djokovic steht vor einem Scherbenhaufen in Millionenhöhe

Tennis Novak Djokovic steht vor einem Scherbenhaufen in Millionenhöhe

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tennis Bei der Impffrage geht es für Novak Djokovic auch um viel Geld.

Bei der Impffrage geht es für Novak Djokovic auch um viel Geld.Bild: keystone

Lässt sich Tennisspieler Novak Djokovic nicht gegen das Coronavirus impfen, entgeht ihm Preisgeld in Millionenhöhe. Sein grösster Sponsor Lacoste lässt durchblicken, dass er Djokovic fallen lassen wird.

Simon Häring / ch media

Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden legt das Bundesgericht Australiens im Fall Novak Djokovic die schriftliche Urteilsbegründung vor. Es ist der letzte formale Akt. Der serbische Tennisspieler war am Montag aus Australien abgeschoben worden, nachdem es das Gericht als erwiesen betrachtet hatte, der Serbe werde in Australien als «Ikone für Impfgegner» gesehen und stelle damit eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Zwei Stunden später reiste Djokovic über Dubai nach Belgrad aus.

Den Titel an den Australian Open kann Djokovic nicht verteidigen. Sollten Daniil Medwedew oder Alexander Zverev gewinnen, würden sie Djokovic an der Spitze der Weltrangliste ablösen. Diese führt der Serbe seit August 2020 und damit seit 74 Wochen an. Das sind die sportlichen Folgen.

tennis 2021 hatte Djokovic die Australian Open zum neunten Mal gewonnen.

2021 hatte Djokovic die Australian Open zum neunten Mal gewonnen.Bild: keystone

Impfpflicht in Madrid und Paris

Auf dem Platz ist Novak Djokovic kaum beizukommen, daneben steht er vor einem Scherbenhaufen. Am Ursprung steht seine Entscheidung, sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen. Anfang Woche hatte Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu angekündigt, dass nur Geimpfte an den French Open teilnehmen können. Gleiches gilt für die Madrid Open im Mai. Alleine dadurch entgingen ihm mehrere Millionen Franken Preisgeld. Bei beiden Turnieren ist Djokovic Titelverteidiger.

Auf den einschlägig bekannten Kanälen wird Djokovic von Impfgegnern und Massnahmenkritikern instrumentalisiert und als Held stilisiert, der sich gegen staatliche Eingriffe auflehnt und für sein Recht auf eine freie Entscheidung bereit war, in Abschiebehaft zu gehen. Er wird damit zu dem, als was ihn Australien abgestempelt hat: eine Ikone der Querdenker.

tennis In Australien wurde Djokovic von seinen Fans gefeiert.

In Australien wurde Djokovic von seinen Fans gefeiert.Bild: keystone

Neun-Millionen-Deal mit Lacoste läuft aus

Das dürfte für Djokovic auch am Verhandlungstisch unliebsame Folgen haben. 38 Millionen Franken verdiente er 2021 gemäss «Forbes», wovon «nur» acht Millionen auf Preisgelder entfallen. 30 Millionen verdiente er dank lukrativer Sponsorenverträge mit Marken wie Lacoste, Head, Asics und Peugot. Sein umfangreiches Portfolio rundete Djokovic im letzten Jahr mit neuen Verträgen mit der Raiffeisen Bank International, dem Schweizer Uhrenhersteller Hublot und Druckerpatronenhersteller Lemero ab.

Bisher hüllen sich Head, Asics und Peugot in Schweigen, wenn es um die Beurteilung des Bildes geht, das der prominente Werbeträger abgegeben hat. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte eine Hublot-Sprecherin: «Wir können seine Entscheidungen nicht kommentieren. Hublot wird seine Partnerschaft mit der Nummer eins der Tenniswelt fortsetzen.» Und die Raiffeisen Bank teilte mit, der Sponsoringvertrag sei lange vor der aktuellen Berichterstattung um Novak Djokovic, seinen Impfstatus oder seiner Teilnahme an den Australian Open abgeschlossen worden.

tennis Das Krokodil von Lacoste ist untrennbar mit Novak Djokovic verbunden. Doch der Sportartikelhersteller könnte ihn fallen lassen.

Das Krokodil von Lacoste ist untrennbar mit Novak Djokovic verbunden. Doch der Sportartikelhersteller könnte ihn fallen lassen.Bild: keystone

Bezahlte Tennis Australia Gerichtskosten?

Auf Trennung stehen die Zeichen bei Sportartikelhersteller Lacoste. «Wir werden uns so bald wie möglich mit Novak Djokovic in Verbindung setzen, um die Ereignisse zu besprechen, die seine Anwesenheit in Australien begleitet haben», richteten die Franzosen aus. Eine Vertragsauflösung wäre zwar möglich, wenn ein Sonderkündigungsrecht vereinbart worden ist. Doch davon wird Lacoste kaum Gebrauch machen müssen. Denn der mit neun Millionen Franken jährlich dotierte Vertrag läuft in diesem Jahr aus.

Derweil verdichten sich die Anzeichen, dass Djokovic die Gerichtskosten, die im Zusammenhang mit dem Versuch, den Entzug des Visums mit vier Spitzenanwälten ein zweites Mal für ungerechtfertigt erklären zu lassen, nicht selber begleichen wird. Wie John Locco, der frühere Bürgermeister des Melbourner Stadtteils Brighton, behauptet, übernehme der Ausrichter der Australian Open die Kosten, die auf über 500’000 Franken geschätzt werden. Locco beruft sich dabei auf Quellen bei Tennis Australia.

Pikant: Die ebenfalls abgeschobene Tschechin Renata Voracova hatte ebenfalls um Rechtsbeistand gebeten, was Tennis Australia ablehnte.

tennis Die Tschechin Renata Voracova erhielt keinen Rechtsbeistand.

Die Tschechin Renata Voracova erhielt keinen Rechtsbeistand.Bild: keystone

Das Visum für Djokovic und sein Team habe Tennis Australia ausgefüllt, behauptet Locco. Zudem habe man die Ankunft bewusst auf Randzeiten geplant, wenn weniger Grenzpersonal im Einsatz steht. Djokovic habe gar nicht gewusst, was in seinen Papieren stehe. «Er kam im guten Glauben und wurde verleumdet», sagt Locco. Was auch immer sich von seinen Anschuldigungen gegen Tennis Australia erhärten oder sogar beweisen lässt, der Schaden ist bereits angerichtet. Getragen wird er von Novak Djokovic. Und am Ursprung steht seine Ablehnung einer Impfung. (aargauerzeitung.ch)

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